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Der Reithallenboden

21. November 2016

Mit Beginn der kalten und nassen Jahreszeit sind Pferd & Reiter leider meist gezwungen, das Training vom Reitplatz in die Halle zu verlegen. Wenn die Reithalle den Sommer über kaum genutzt wurde, stellt sich zum Herbst hin oft heraus, dass ein neuer Reithallenboden nötig ist. 

Fehlt es lediglich an einigen Zentimetern Tretschichtstärke, ist es problemlos möglich, den Boden mit der gewünschten Menge Reitsand oder einer Reitsandmischung aufzufüllen. Die Tretschichtstärke sollte in der Halle ca. zehn Zentimeter betragen. Wenn der Boden aufgefüllt wird, sollte die alte Tretschicht, genauso wie der neue Sand mit einem Laser-Grader glatt gezogen und gleichmäßig verteilt werden.

Beim Neubau einer Reithalle oder dem kompletten  Austausch der Tretschicht sollte man sich über die folgenden Fragen im Klaren sein: 
Wie ist der Untergrund beschaffen? Ist der Untergrund fest und tragfähig? Welchen Unterbau nutze ich als Grundlage für die Tretschicht? 
Was es bei dem Unterbau für die Reithalle zu beachten gilt, haben wir ausführlich in unserem Artikel Reitboden Aufbau behandelt und befassen uns in diesem Artikel ausschließlich mit der Wahl der richtigen Tretschicht. Dafür ist zunächst zu klären, ob der Reithallenboden speziell auf eine Disziplin ausgerichtet werden soll, denn die Tretschicht kann individuell angepasst werden. Als Entscheidungshilfe für die Wahl der geeigneten Tretschicht haben wir einige Informationen für Sie gesammelt, denn: Nicht jeder Reitboden eignet sich für jede Disziplin!

Egal ob es sich um einen Allround-Reitboden handelt, eine spezielle Disziplin geritten wird oder es lediglich um eine kleine Longier- und Bewegungshalle geht - an den Reitboden werden hohe Anforderungen gestellt. Der Boden sollte Wasser schnell aufnehmen können sowie möglichst lange speichern, nicht stauben und natürlich Stabilität und Trittsicherheit gewährleisten. Um die Sehnen nicht unnötig zu belasten soll er außerdem elastisch, gleichzeitig aber nicht zu tief sein, sondern dem Huf guten Halt geben.

Als Allround-Reithallenboden empfehlen wir stresan® A, der ohne Zusatzstoffe auskommt. Seine Festigkeit erhält der Boden durch eine regelmäßige Bewässerung. Wichtig beim Einsatz in der Halle ist, dass der Boden nicht zu viel und vor allem gleichmäßig bewässert wird, da der Sand sonst aufschwemmt und sich dann erst wieder setzen muss.

Eine Alternative für einen Allround-Reitboden ist eine Sand-Vlies-Mischung wie stresan® V AA. Diese Tretschicht kann durch das Vlies mehr Wasser speichern, sodass seltener bewässert werden muss. Außerdem werden durch die elastischen und federnden Eigenschaften von stresan® V AA die Sehnen und Gelenke der Pferde geschont.

Reithallenboden mit Vliesstresan® mit Vlies

Im Springsport benötigen die Pferde vor allem Halt und eine höhere Scherfestigkeit. Hier eignet sich der Zusatzstoff Vlies, um dem Boden mehr Festigkeit aber auch ausreichend Elastizität zu geben: Unsere Reitsand-Mischung stresan® V SH ist dafür bestens geeignet.

Mehr zum Zuschlagstoff Vlies, können Sie hier nachlesen.

Liegt der Schwerpunkt auf Dressurreiten oder Voltigieren, empfehlen wir einen Reithallenboden, der eine höhere Elastizität und Federung bietet, ohne Abstriche in der Trittfestigkeit zu haben. Dafür haben wir die Reitsand-Mischungen stresan® V DH (mit Vlies) und stresan® S DH (mit Siebgut) entwickelt.

stresan® mit Siebgutstresan® mit Siebgut

Ganz spezielle Anforderungen hat der Westernreitsport, da für die unterschiedlichsten Disziplinen verschiedene Böden benötigt werden: Beim Sliden muss die Tretschicht geschmeidig und nachgiebig sein – beim Barrel Race hingegen wird ein sehr griffiger Boden benötigt. Daher bieten wir spezielle stresan®-Westernmischungen an, damit für den jeweiligen Einsatzbereich ein optimal angepasster Reitboden entsteht.

Kein gefrorener Reitboden
Ein Tipp, damit der Boden in der Halle auch bei Minusgraden bereitbar bleibt, ist die Einarbeitung von Magnesiumchlorid. Das Salz wird einfach auf dem Boden verteilt, entweder während die Halle mit dem Bahnplaner abgezogen wird oder per Hand. Benötigt wird eine Menge von ca. 200 g Magnesiumchlorid pro Quadratmeter Reitboden, das dann ca. zehn Stunden einwirken muss – für die richtige Dosierung und Einwirkzeit, bitte die Empfehlungen des Herstellers beachten. Zum Abschluss wird der Boden mit einem Bahnplaner glatt gezogen und es kann wieder geritten werden. 
Magnesiumchlorid hat eine Tauleistung bis unter -20° Celsius, daher funktioniert die Zugabe von dem Material auch noch, wenn der Boden schon leicht angefroren ist. Für den Einsatz auf dem Außenplatz ist Magnesiumchlorid unserer Erfahrung nach nicht optimal, da das Material durch Regen schnell aus dem Sand gespült wird. Natürlich kann man immer wieder nachstreuen und so die Wirkung wiederherstellen – dies ist aber mit einem erheblichen Kosten- und Zeitaufwand verbunden. Die Entscheidung zum Einsatz von Magnesiumchlorid ist aber jedem selbst überlassen.

Natürlich beraten wir Sie gerne zu den verschiedenen Reithallenböden oder dem Einsatz von Magnesiumchlorid und beantworten Ihre Fragen. Melden Sie sich einfach über unser Kontaktformular.
 

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