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Insektenschutz für Pferde

23. Mai 2018

Wer kennt es nicht, kaum scheint die Sonne wird die Idylle durch ein Summen gestört: Insekten.
Und nicht nur wir Menschen leiden unter den stechenden Angriffen aus der Luft, auch unser vierbeiniger Freund ist betroffen. Neben den harmlosen, aber nervigen Insekten wie zum Beispiel Fliegen, stellen jedoch andere Insekten eine Gefahr dar. Dazu zählen unter anderem diese fünf:

1. Bremsen
Bremsen sind hauptsächlich in den Dämmerstunden aktiv, das bedeutet aber nicht, dass Pferd und Reiter den restlichen Tag Ruhe haben. Bremsen werden durch Schweiß angelockt und lösen durch ihren Biss einen stechenden Schmerz aus. Zwar besteht die Möglichkeit, dass die Bremse auch Krankheiten übertragen könnte, das ist aber eher in Afrika und Südamerika der Fall.

2. Kriebelmücke/Gnitzen
Die Kriebelmücke/Gnitzen sind hauptsächlich während der Tageswechselzeiten aktiv. Angelockt werden sie durch Duftstoffe die Amine beinhalten, wie zum Beispiel Ammoniak. Diese finden sich vermehrt in Pferdeurin und Geilstellen (Bereiche der Weide an denen Gräser und Unkräuter besonders gut wachsen können, da diese durch das nicht entfernen von Pferdeäpfel überdüngt sind). Durch eine entsprechende Hygiene ist es also möglich, das Vorkommen so gering wie möglich zu halten. Dass ist wichtig, um dem Sommerekzemen entgegen zu wirken, welches durch den Speichel, welcher während eines Bisses übertragen wird, ausgelöst werden kann.

3. Zecken
Auch wenn Zecken nicht fliegen können gehören sie zu dieser Auflistung, da ihr Biss negative Folgen haben kann. Zecken warten im hohen Gras oder Gebüsch bis ein potenzieller Wirt an der Pflanze vorbeistreift und so die Zecke aufnehmen kann. Dies kann sowohl auf der Weide, als auch während eines Ausritts passieren. Daher sollte das Pferd nach Weidegängen und Ausritten gründlich auf Zecken untersucht werden und bei Befall die Zecke umgehend entfernt werden. Denn Zecken können durch ihren Biss Babesien (Pferde-Malaria), Borrelien und Rickettsien übertragen.

4. & 5. Hirschlausfliegen & Milben
Auch wenn die Hirschlausfliegen und Milben eigentlich eher im Spätsommer/Herbst vorkommen, wollen wir trotzdem bereits an dieser Stelle auf sie hinweisen.
Die Hirschlausfliege ist unter Pferdefreunden sehr bekannt für ihre negativen Auswirkungen auf das Pferd. Nachdem sie auf dem Wirt gelandet sind, werfen sie ihre Flügel ab und suchen sich eine geeignete Stelle (Hinterleib, Innenschenkeln, Behang oder Schweifrübe) um zuzubeißen. Nach einem Biss kommt es häufig zu einer eitrigen Hautentzündung in Verbindung mit Fieber.
Die Milbe wird durch direkte Kontakte übertragen, also entweder durch Körperkontakt zu anderen Pferden, Putzzeug oder Pferdedecken. Daher sollten bei Milbenbefall alle Pferde eines Stalls behandelt werden. Einmal auf dem Wirt angekommen, können ganze Milbengenerationen dort leben. Sie ernähren sich von Hautprodukten, wie zum Beispiel Hautschuppen und lösen Entzündungen und Juckreiz aus.

Vorbeugung
Um dem Vorkommen der Insekten entgegen zu wirken gibt es allerlei Hilfsmittel. Die bekanntesten und effektivsten sollen hier vorgestellt werden.
Zunächst aber ist es wichtig eine gewisse Grundhygiene zu gewährleisten, denn viele Insekten werden durch den Schweißgeruch und Kot wie Urin angezogen. Des Weiteren ist eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen wichtig um ein gesundes Immunsystem zu sichern.

Decken und Masken
Fliegendecken sind für den Schutz vor Insekten eine große Hilfe. Je engmaschiger diese hergestellt wurde, desto größer ist der Schutz vor Bissen und Stichen. Außerdem sollte die Decke auch den Bauch des Pferdes schützen, da dieser unter Insekten sehr beliebt ist. Gegen Bremsen schützen häufig nur die Ekzemerdecken, diese sind etwas schwerer und dichter. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen? Ist auch hier möglich: hierfür empfehlen wir eine Fliegenschutzdecke mit einem integrierten UV-Schutz.
Seit einigen Jahren ist der Zebra-Look auf den Weiden zu sehen. Dieser sieht nicht nur sehr exotisch aus, er verstärkt auch den Schutz der Decke. Denn Insekten sehen, bedingt durch ihre Facettenaugen, die Streifen anders als wir Menschen. Das Insekt wird durch das Streifenmuster verwirrt und vermeidet eine Landung auf dem Muster und damit auch auf dem Pferd. Das ist ein großes Plus für den Zebra-Look.
Genauso beliebt wie Fliegendecken sind auch Fliegenmasken. Diese schützen die Augen und Ohren vor Fliegen. Somit können keine Bakterien in das Auge übertragen werden und das Pferd wird weniger durch die nervigen Tierchen gestresst.


Fliegenmaske als Insektenschutz auf der Weide.

Sprays
Ein weiteres Hilfsmittel sind Fliegen- und Bremsensprays. Mittlerweile werden immer mehr Produkte auf pflanzlicher Basis angeboten und auch Rezepte um diese selber zu mischen. Vor dem Kauf sollte darauf geachtet werden, dass das Spray keine Stoffe beinhaltet, auf die das Pferd allergisch reagiert. Insbesondere ätherische Öle können Hautreizungen und Allergien auslösen. Ein Tipp: Vor dem ersten Gebrauch das Spray an einer Stelle testen und für empfindliche Partien z.B. einen Schwamm nutzen. Besonders gut müssen Sie in der Nähe von Augen, Nüstern, Maulspalte, Schleimhäuten, Wunden und Stellen mit Sonnenbrand aufpassen, denn diese dürfen nicht in Kontakt mit dem Spray kommen.

Impfungen
Seit 2015 gibt es einen Impfstoff für Pferde gegen die durch die Zecke übertragende Borreliose. Das Besondere an dem Impfstoff ist, dass er bei einem Zeckenbiss direkt die Zecke blockiert und somit erst gar keine Borrelien in das Pferd wandern können.

Futter
Pferde die Knoblauch essen sollen durch ihre natürlichen Ausdünstungen Insekten von sich fernhalten können. Dafür gibt es extra Pferdefuttermischungen die dem Pferd gegeben werden können. Bei dieser Methode sollte jedoch darauf geachtet werden, dass dem Pferd nicht zu viel Knoblauch verabreicht wird, da dieser in zu hohen Mengen gesundheitsschädlich sein kann.

Bremsenfalle
Die Bremsenfalle ist ein sehr einfaches aber gleichzeitig sehr wirksames Mittel gegen Bremsen und andere Insekten. An einer Art Laternenmast hängt in einer Höhe zwischen 1m-1,80m ein schwarzer Gummiball um welchen auf halber Höhe ein feinmaschiges Netz drapiert ist. Der Ball simuliert den Körper eines Pferdes und wird durch die Sonneneinstrahlung erwärmt. Die Bremse setzt sich auf dem Ball ab, kann dieses aufgrund seines Materials aber nicht durchstechen und fliegt wieder weg. Da Bremsen aber nur noch oben fliegen können, fliegen sie direkt in das Netz und landen in dem Trichter-Schirm aus dem sie nicht mehr entkommen können.


Bremsenfalle am Viereck platziert als natürlicher Insektenschutz fürs Pferd.

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