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Reitboden für den Dressursport

15. November 2018

In diesem Beitrag liegt der Schwerpunkt auf dem Dressurreiten und dem richtigen Reitboden für den Dressursport. Zunächst gehen wir auf die Reitsportdisziplin an sich ein, dann auf die spezifischen Eigenschaften, die der Reitboden für die Dressur mitbringen sollte.

Die Disziplin Dressur
Viele Menschen verbinden mit dem Wort Dressurreiten das „normale Reiten“, bei dem Pferd und Reiter zusammen agieren. Vom Grundsatz her ist das richtig, aber das stellt nur den Bruchteil der eigentlichen Disziplin dar. Der Dressursport ist die Grundlage für jede andere Reitsportdisziplin. Sprich, mit einer dressurmäßigen Grundausbildung des Pferdes (und auch des Reiters) kann eine andere Disziplin erfolgreich ausgeübt werden. Konkret hat das Dressurreiten ein rittiges Pferd zum Ziel, das auf feinste Hilfen reagiert und damit gewünschte Lektionen exakt und ohne viel Aufwand ausübt. Dabei sollen gleichzeitig die natürlichen Bewegungen des Pferdes gefördert sowie verfeinert werden und das Pferd soll Kraft aufbauen, um das Gewicht des Reiters tragen zu können und dadurch gesundheitlichen Problemen vorzubeugen. Die Ausbildung aller Pferde in der Dressur verläuft nach der sogenannten Skala der Ausbildung. Wird das Pferd systematisch in der Dressur ausgebildet, wird es ausdrucksstärker, selbstsicherer und kräftiger. Die Vollendung der Dressurausbildung ist die Hohe Schule.

Prüfungsarten im Dressursport
Auf Turnieren werden Dressurprüfungen auf einem genormten Dressurviereck einzeln oder in kleinen Abteilungen absolviert. Die Maße des Vierecks sind entweder 20 m x 40 m oder 20 m x 60 m. Generell wird eine Dressurprüfung, abhängig vom Schwierigkeitsgrad, von zwei bis fünf Richtern bewertet. Eine Dressurprüfung besteht aus mehreren aufeinander folgenden Lektionen in den Gangarten Schritt, Trab und Galopp, die einzeln, mittels einer Wertnote von 0 (nicht gezeigt) – 10 (ausgezeichnet), bewertet werden. Am Ende wird daraus eine Gesamtnote gebildet. Die jeweiligen Lektionen dienen dazu, den jeweiligen Ausbildungsstand von Pferd und Reiter abzufragen. 

Bei den Dressurprüfungen werden verschiedene Formen unterschieden:

  • „normale“ Dressurprüfung: Dabei wird hauptsächlich das Können des Pferdes beurteilt, sprich die losgelöste Ausstrahlung, die natürlichen Bewegungen sowie die korrekte Ausführung der Lektionen, und der Gesamteindruck von Pferd und Reiter.
  • Dressurreiterprüfung: Dabei liegt der Bewertungsfokus auf dem Reiter. Darunter ist zu verstehen, wie der Reiter auf das Pferd einwirkt (z.B. feine & richtige Hilfengebung, ein unabhängig einwirkender Sitz) und ob eine Harmonie zwischen Reiter und Pferd in den einzelnen Lektionen erkennbar ist.
  • Dressurpferdeprüfung: Hierbei liegt der Fokus auf dem jungen Pferd, das sich noch in der Ausbildung befindet. Dabei werden der Stand der Ausbildung in dem jeweiligen Alter, alle drei Grundgangarten und das Talent sowie der Gesamteindruck des Pferdes bewertet.

Der richtige Reitboden zum Dressurreiten
Um den passenden Reitboden für den Dressursport zu finden, muss man sich des reiterlichen Niveaus bewusst sein. Mit steigendem Niveau, steigen auch die Ansprüche an den Reitboden. Wichtig ist immer, dass der Boden funktional ist und die individuellen Ansprüche erfüllt. Entscheidend hierbei ist die Elastizität, die Stabilität und die Scherfestigkeit des Reitbodens.

Für das Dressurreiten ist entscheidend, dass der Boden über eine gewisse Elastizität verfügt. Vor allen mit steigenden Ansprüchen und mit steigendem Versammlungsgrad, muss der Boden entsprechend funktionieren - da die Belastung für den Bewegungsapparat des Pferdes deutlich erhöht wird, heißt es daher einen Boden einzubauen, der nicht nur dieser Belastung standhält sondern gleichzeitig den Bewegungsapparat entlastet.

Wichtig ist zu wissen, dass reiner Sand niemals federn kann. Ein reiner Sandboden kann dennoch mit der entsprechenden Pflege viele der benötigten Reiteigenschaften aufweisen. Ein spezieller Dressurboden sollte eher etwas lockerer gehalten werden. Dies lässt sich zum einen sehr gut über die Bewässerung steuern, da man damit die Festigkeit sehr gut variieren kann, zum anderen ist es natürlich möglich, direkt eine etwas lockerere Reitsandmischung im Reitboden zu verbauen. Entscheidend bei einem reinen Sandboden ist aber immer die Qualität des Sandes. Sollte diese nicht ausreichend für den Reitsport geeignet sein, kann dies auf Dauer gesundheitsschädigend für das Pferd sein. Der optimale Reitboden muss ausreichend scherfest, trittsicher und stabil sein.

Zuschlagstoffe für die Federung im Reitboden

Wie bereits oben beschrieben, steigen mit dem Niveau auch die Ansprüche an den Reitboden. In diesem Fall kann man mit Zuschlagstoffen wie Vlies oder Siebgut arbeiten. Auch die richtige Reitbodenpflege spielt immer eine entscheidende Rolle. Durch Zuschlagstoffe werden viele Eigenschaften eines guten Reitbodens verbessert. Die erhöhte Scherfestigkeit, die Wasserspeicherkapazität und vor allem die erhöhte Elastizität sind nur einige der Vorteile von Zuschlagstoffen. In der Reithalle kann man sowohl mit Siebgut, als auch mit Vlies Mischungen arbeiten. Entscheidend ist hierbei, dass der Boden durch die Zuschlagstoffe eine Federung bekommt. Diese Vorteile lassen sich auch bei drainierten Außenreitplätzen mit entsprechenden Reitsand-Mischungen erreichen. Durch die Zuschlagstoffe wird die durchgängige Struktur des Bodens unterbrochen und so der Sand aufgelockert ohne an Stabilität zu verlieren. Für den hohen Dressursport ist es von Vorteil, wenn der Reitboden mit Zuschlagstoffen versetzt ist und über eine gewisse Federung verfügt, sodass die höchsten Stufen der Versammlung für das Pferd „leichter“ zu erreichen sind.

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