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Sand- oder Rasenplatz?

26. Mai 2017

Bei besten Witterungsbedingungen sieht ein gut gepflegter Rasenplatz natürlich toll aus, man denke nur an die Anlage in Klein Flottbek, den Ausrichtungsplatz des großen Hamburger Derbys oder das Gelände des CHIO in Aachen: Ebenmäßiges, sattes Grün und bei einer intakten Rasenfläche absolut keine Staubbelastung.

Auf die Pflege kommt es an!
Dieses Bild bietet sich allerdings nur, wenn der Boden nicht dauerhaft beritten und entsprechend gepflegt wird. Dazu zählen neben Mähen, Bewässern und Düngen auch die Beseitigung von Unebenheiten – und hier stellt sich das erste Problem, denn diese Unebenheiten fallen erstens leider nicht direkt ins Auge und sind aber zweites gefährliche Stolperfallen und drittens auch relativ aufwändig zu beseitigen: Das Gras muss nach einer Begradigung wieder neu eingesät werden und nachwachsen. Auch die richtige Pflege von Sandplätze erfordert natürlich einen gewissen Aufwand - jedoch vergleichsweise wenig.
Natürlich benötigen  Sandplätze ebenso eine regelmäßige Pflege – der Boden abgeäppelt und glatt gezogen werden und benötigt Wasser/Drainage und Begradigung. Dafür werden bei dem richtigen Aufbau aber gleichbleibend gute Bodenverhältnisse erreicht – auch bei großen Belastungen ist der Boden schnell mit dem Bahnplaner wieder hergestellt und bietet dauerhaft gute Reiteigenschaften.

Unsicherheit der Pferde
Ein weiterer Punkt, den es zu bedenken gilt: Die meisten Pferde werden auf Sandplätzen trainiert und bewegen sich auf Rasen daher oft unsicherer. Ganz besonders bei Regen wird das Springen auf Rasen oft eine rutschige Angelegenheit und führt zu Verunsicherung bei den Pferden. Eine Möglichkeit um für mehr Grip zu sorgen, ist der Einsatz von Stollen; so wird das ungewohnte Laufen auf dem Rasen nicht zur Rutschpartie.

Der Faktor Witterungsbedingungen
In den Wintermonaten sind Rasenplätze nicht nutzbar, da ansonsten die empfindliche Grasnarbe zerstört würde – und auch das Anlegen eines Reitplatzes ist in den Wintermonaten nicht möglich, da das Gras natürlich nicht wächst. Sandplätze hingegen können – je nach Witterung- ganzjährig angelegt werden und sind direkt bereitbar: Ein klarer Vorteil.

Generell ist man bei Rasenplätzen noch mehr auf gute Witterungsbedingungen angewiesen als bei Sandplätzen. Bei Trockenheit ist der Boden sehr hart, bei zu viel Nässe kann der Boden schnell matschig und rutschig werden und bietet den Hufen zu wenig Halt - und bei Nutzung unter schlechten Bedingungen kann die Grasnarbe natürlich aufreißen und benötigt dann eine relativ lange Rekonvaleszenz. Turnierreiter sind daher oft nicht begeistert, wenn Sie auf Rasenplätzen zu den letzten Startern zählen.

Sollte es nicht zu dauerhaftem Frost kommen, sind die Böden ganzjährig bereitbar, ebenfalls kann der Bau des Reitplatzes -je nach Witterung- auch in den Wintermonaten umgesetzt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Tretschicht sehr schnell eingebaut oder ausgetauscht werden kann und direkt einsatzfähig ist, wohingegen der Rasen erst ausgesät werden und danach wachsen muss. Natürlich besteht die Möglichkeit Rollrasen zu verlegen- doch auch dieser muss erst anwachsen.

Bodenverhältnisse des Platzes
Reitplätze mit dem richtigen Sand bieten eine hohe Trittsicherheit und optimale Eindringtiefe – zudem können nicht ideale Bodenverhältnisse wie zu tiefer oder zu harter Boden relativ einfach in den Griff bekommen werden mit Maßnahmen, die im Regelfall keinen allzu großen Aufwand benötigen, näheres dazu können Sie [hier] nachlesen.

Aber unabhängig davon, ob es sich um einen Rasen- oder Sandplatz handelt, es muss immer auf gute Bodenverhältnisse geachtet werden! Ein unsachgemäß angelegter Reitboden kann zu schwerwiegenden Verletzungen bei Pferd und Reiter führen.

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