Blog

Welcher Reitboden eignet sich für den Außenplatz?

3. März 2016

Beim Neubau oder der Erneuerung eines Außenreitplatzes steht man vor vielen Fragen: Zum einen muss man sich mit dem Aufbau des Platzes beschäftigen – hat der Reitplatz einen Unterbau, ist dieser drainagefähig oder soll der Reitplatz direkt auf dem vorhandenen Boden aufgeschüttet werden? Zum anderen spielen auch die Disziplinen, die auf dem Reitplatz überwiegend ausgeübt werden, eine entscheidende Rolle bei der Tretschichtwahl. Gleiches gilt für die Häufigkeit der Platznutzung und wie viele Pferde täglich darauf laufen.

In Verbindung mit diesen Fragen ist die Wahl der Tretschicht, also der obersten Materialschicht des Reitplatzes, besonders wichtig. Die Tretschicht sollte individuell an Ihre Bedürfnisse angepasst werden. Als Entscheidungshilfe für die Wahl der geeigneten Tretschicht, haben wir hier einige Informationen für Sie gesammelt, denn Sie werden schnell merken, nicht jeder Reitboden eignet sich für jeden Reitplatz und jede Disziplin.

Generell gilt: An den Reitboden werden, gerade auf Außenplätzen, hohe Anforderungen gestellt. Dazu zählt, dass der Platz am besten ganzjährig bereitbar sein sollte, trotz Regen, Schnee und Hitze. Der Boden sollte Wasser schnell aufnehmen und wenn nötig ableiten können, sodass keine Pfützen entstehen und der Boden im Winter nicht so schnell gefriert – gleichzeitig soll er bei Trockenheit nicht stauben, denn das ist schlecht für die Atemwege von Pferd und Reiter. Ebenso wichtig für die Gesundheit der Pferde ist, dass der Reitboden Stabilität und Trittsicherheit gewährleistet. Um die Sehnen nicht unnötig zu belasten soll er außerdem elastisch, gleichzeitig aber nicht zu tief oder gar rutschig sein, sondern dem Huf guten Halt geben.

Um diesen diversen Ansprüchen gerecht zu werden, setzen professionelle Reitplatzbauer im Reitsport bei der Wahl der Tretschicht verbreitet auf reinen Quarzsand – entweder pur oder mit Zuschlagstoffen wie Vlies oder Siebgut(Holzschnitzel). Natürlich ist nicht jeder Quarzsand per se als Tretschicht geeignet. Erst eine spezielle Kornform und Sieblinie machen einen guten Quarzsand zu einem hervorragenden Reitsand.

Für einen Allround-Reitplatz bietet sich als Reitboden ein Quarzsand wie der stresan® A an. Als reines Naturprodukt bringt er von sich aus alle Eigenschaften für eine optimale Tretschicht mit. Seine Kornstruktur trägt dazu bei, dass der Hufabrieb sehr gering gehalten wird – das ist enorm wichtig, da der Huf des Pferdes ansonsten unnötig beansprucht wird. Trotzdem ist der Sand verdichtet und bietet sehr gute Stabilität. Das Besondere an stresan® A ist seine Fähigkeit, Wasser optimal aufzunehmen und überschüssige Mengen – bei einem seitlichen Gefälle des Reitplatzes von 1 bis 2 Prozent – oberflächlich abzuführen. Das Resultat ist ein sehr staubarmer Reitsand, bei dem gleichzeitig die Pfützenbildung bei richtigem Aufbau des Platzes vermieden werden kann.

Natürlich sind die Anforderungen an den Reitboden je nach Disziplin leicht abweichend. Dressurreiter bevorzugen meist einen besonders elastischen, federnden Boden. Dieser soll dabei unterstützen, die langen oder punktuellen Bewegungen der Dressurarbeit so gelenkschonend wie möglich im Pferdekörper abzufangen und im Bewegungsapparat zu verarbeiten. Wem also ein reiner Natursand wie der stresan® A (Allround) nicht ausreichend federt, kann ein wasserdurchlässiges Sand-Vlies Gemisch (z.B. stresan® V AA) nutzen. Wichtig ist hierbei, dass der Platz über einen drainagefähigen Unterbau verfügt, damit die Entwässerung des Platzes einwandfrei funktioniert. Eine weitere elastische Reitboden Variante ist der Reitsand mit Siebgut (wie bspw. stresan® S DA). Er bietet sich mit seinen federnden Eigenschaften ebenfalls für die Nutzung im Dressursport an. Hier ist allerdings der Hufabrieb durch die raueren Holzzusätze etwas höher als bei einem Sand-Vlies Gemisch. Zudem zersetzt sich das beigemischte Holz mit der Zeit -gerade bei viel Feuchtigkeit draußen- und verrottet daher schneller. Damit ist ein Sand-Siebgut Gemisch nicht so langlebig wie ein Sand-Vlies Gemisch oder ein reiner Sandboden.

Ein Reitplatz mit Sand-Vlies Gemisch ist auch für den Springsport eine gute Wahl – obwohl die Springreiter und ihre Pferde einen intensiveren Halt und Griffigkeit benötigen. Denn durch das Vlies wird der Sand fester und somit stabiler, ohne jedoch an Elastizität zu verlieren. Das Pferd hat somit keinen Schubverlust beim Absprung und kann durch die federnde Wirkung den Rückstoß bei der Landung gut im Bewegungsapparat kompensieren. Wichtig ist, dass das Mischverhältnis von Sand und Vlies, anhängig davon ob der Schwerpunkt auf der Dressurarbeit oder dem Springsport liegt, angepasst wird.

Ganz besondere Anforderungen haben natürlich die Westernreiter an ihre Tretschicht: Sie benötigen, je nach Disziplin, einen harten Untergrund, der für Griffigkeit und Halt sorgt. Die oberste Schicht muss jedoch meist nachgiebig sein und das „Sliden“ bei Manövern ermöglichen. Da es bei dem Westernreiten viele verschiedene Disziplinen gibt, bietet sich hier eine unserer stresan®-Westernmischungen an. Hierbei werden verschiedene Sande gemischt, sodass für die jeweilige Disziplin ein optimal angepasster Reitboden entsteht.

Sie sehen: Der Bau eines Reitplatzes muss gut durchdacht und geplant sein, um lange daran Freude zu haben. Voraussetzung für den Einsatz von Sandböden mit Zuschlagsstoffen ist ein wasserdurchlässiger Unterbau des Reitplatzes. Nur ein oberflächlicher entwässernder Sand kann auf einen, vorher auf Festigkeit überprüften, Naturboden aufgetragen werden. Wir empfehlen aber immer eine Trennschicht zwischen Untergrund und Tretschicht zu bauen. Für die optimale Tretschicht Ihres Reitplatzes ist ausschlaggebend, dass er auf Ihre Bedürfnisse ausgerichtet ist.

Eine genaue Pflegeanleitung für unsere stresan®-Reitböden finden Sie hier.

Natürlich beraten wir Sie auch individuell zu Ihrem Reitplatz. Melden Sie sich gerne über unserer Kontaktformular.

Bewerte diesen Artikel: