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Ausreiten

19. Juli 2018

Ausreiten ist wohl eins der schönsten Dinge die man mit dem Pferd machen kann. Aber damit es auch so schön wird und bleibt müssen einige Dinge beachtet werden. Die wichtigsten Dinge die vor, während und nach dem Ausritt beachtet werden müssen, haben wir Ihnen hier zusammengefasst.

Reitplaketten für die Pferde
Bevor es überhaupt los geht muss sichergestellt werden, ob in dem jeweiligen Bundesland eine Kennzeichnungspflicht für Pferde besteht. In NRW beispielsweise muss jedes Pferd eine Plakette haben, diese kann beim jeweiligen Kreis beantragt werden. Die Plakette muss beidseitig am Zaumzeug angebracht werden. Auch wenn für die Plakette zunächst Kosten anfallen, hat sie dennoch einen positiven Zweck. Durch das eingenommene Geld werden ausschließlich bestehende Reitwege unterhalten und neue Wege angelegt. Aus diesem Grund gilt, je mehr Reiter die Abgabe zahlen, desto mehr Geld ist vorhanden mit welchem das Reitwegenetz gepflegt und ausgeweitet werden kann. Übrigens: Es können bei den entsprechenden Behörden auch Vorschläge für neue Wege eingereicht werden.

Sicherheit für Reiter und Pferd
Nun soll es aber wirklich ins Gelände losgehen. Aber bevor es auf das Pferd und los geht: Helm auf, sicheres Schuhwerk an (Reitstiefel oder Stiefeletten), eventuell eine Sicherheitsweste anziehen, nachgurten und die Steigbügel kürzer schnallen (ca. zwei Löcher). Sobald es ins Gelände geht ist es auch wichtig, auf die Sicherheit in der Umgebung zu achten. Es können immer unerwartete Situationen entstehen in denen sich das Pferd erschrecken könnte, dann ist es besonders wichtig fest und sicher im Sattel zu sitzen damit nichts Schlimmes passiert. Seien Sie deshalb stets aufmerksam im Gelände, denn die „Gefahr“ kann überall lauen - sei es ein Reh, Auto oder eine Bank. Geben Sie vor allem dann Ihrem Pferd Sicherheit und strahlen Sie Ruhe aus während Sie an „der Gefahr“ vorbeireiten.


Sicherheit geht vor: Bei einem Ausritt sollte der Reiter immer eine Reitkappe und festes Schuhwerk mit einem kleinen Absatz getragen werden, damit der Fuß nicht durch den Steigbügel rutschen kann. Die Pferdebeine sollten mit Gamaschen geschützt werden.

Pferde im Straßenverkehr
Sobald man vom Hof geritten ist, muss man sich in den Straßenverkehr eingliedern und auf die anderen Verkehrsteilnehmer achten. Also reiten Sie immer auf der rechten Straßenseite, wenn möglich nutzen Sie den Grasrandstreifen, dieser ist für die Gelenke des Pferdes schonender als Asphalt oder Teer. Außerdem sollten Sie, wenn Sie in einer Gruppe unterwegs sind und eine Straße überqueren wollen, dies zusammen mit der ganzen Gruppe tun. Dafür schließen Sie dicht zueinander auf und reiten gesammelt und zügig über die Straße. Auf den Straßen können Autos, LKWs, Motorräder und verschiedene Landmaschinen unterwegs sein, daher sollte das Pferd an diese Verkehrsmittel gewöhnt sein um möglichst nicht zu erschrecken. Deshalb behalten Sie immer im Hinterkopf, dass Ihr Pferd nervös werden könnte. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, unerfahrene Reiter auf erfahrene Pferde zu setzen und erfahrene Reiter auf unerfahrene Pferde. Die meisten Fahrer vorbeifahrender Fahrzeuge nehmen Rücksicht auf die Pferde und fahren etwas langsamer an diesen vorbei. Aber leider tun dies nicht alle. Als Reiter sollte man immer rechnen, dass andere Personen keine Rücksicht nehmen, um auf alles vorbereitet zu sein. Mit erfahrenen Pferden ist dies meistens kein Problem, jüngere Pferde können in solchen Situationen schon Mal nervös werden.

Reiten im Wald und auf Feldern
Am schönsten ist es aber natürlich fernab der Straßen zu reiten. An diesen Orten ist es auch möglich die Gangart zu wechseln. Am einfachsten ist es leichtzutraben und im Galopp den leichten Sitz einzunehmen. Achten Sie stets darauf, ausschließlich auf für Pferde freigegebene Wege zu reiten. Sollten Sie dies nicht tun kann es sein, dass Sie Bußgelder zahlen müssen. Speziell für Pferde ausgewiesene Reitwege finden Sie auf verschiedenen Webseiten. Es darf auch nicht einfach auf abgemähten Feldern galoppiert werden, fragen Sie immer vorher den verantwortlichen Landwirt ob Sie auf seinem Feld reiten dürfen und gehen Sie vorher die Strecke im Schritt ab, um Hasenlöcher etc. zu erkennen und zu vermeiden. Manche Pferde werden vor ihnen bekannten Galoppstrecken etwas hibbelig. Sollte dies vorkommen, bleiben Sie ruhig und zeigen Sie dem Pferd wer das Sagen hat. Insbesondere wenn Sie das Pferd nicht kennen, sollten Sie in solchen Situationen aufpassen.


Auch auf übersichtlichen Wegen können immer plötzliche potentielle “Gefahren” für die Pferde lauern. Deswegen ist es wichtig immer aufmerksam zu sein und Ruhe zu bewahren. Zudem sollten die Gangarten der Pferde stets den Bodengegebenheiten angepasst sein.

Nach dem Ausritt
Nach dem Ausritt müssen unbedingt die Hufe ausgekratzt werden, damit kleine Steinchen die sich dort befinden könnten entfernt werden. Wie nach dem normalen Reiten auf dem Platz auch, können Sie das Pferd abspritzen oder es bei kühleren Temperaturen mit einer Abschwitzdecke eindecken.

Nicht vergessen
Allgemein muss man während der verschiedenen Jahreszeiten auf verschiedene Dinge achten. Im Frühling und Sommer ist die Hochzeit der Insekten. Kaum ein Reiter traut sich in dieser Zeit, ohne Insektenspray benutzt zu haben, in den Wald. Im Beitrag Insektenschutz für Pferde haben wir Ihnen bereits alles Wissenswerte über Insekten zusammengetragen, unter anderem auch wie man sich und das Pferd vor Stichen und Bissen schützen kann. Im Gegensatz dazu sind im Herbst und Winter weniger Insekten unterwegs, dafür kann es schon mal schneller dunkler oder trüber draußen werden, daher ist es wichtig im Straßenverkehr immer sichtbar zu sein. Hierfür haben wir Ihnen hier bereits viele mögliche Hilfsmittel zusammengestellt.

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